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Audiogramm: Kleinkind mit komplexen Malformationen

Patientenfall: Kleinkind mit komplexen Malformationen  

Cochlea-Implantat bei komplexen Fehlbildungen und unklarem Outcome: Ja oder nein?

 

Clinical Abstract

Dieser Patientenfall zeigt ein Kleinkind mit angeborener Schwerhörigkeit, multiplen kraniofazialen Anomalien, stark schwankenden audiometrischen Befunden sowie komplexen Innenohrfehlbildungen, einschließlich eines hypoplastischen Hörnervs.
Aufgrund der anatomischen Gegebenheiten bleibt der prognostische Nutzen einer Cochlea‑Implantation ungewiss.

 

Erfahren Sie in diesem Fallbeispiel mehr über die individuelle Versorgung dieses Patienten.
 

 

 

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Patient

  • Kleinkind mit kongenitaler Schwerhörigkeit, Lippen‑Kiefer‑Gaumen‑Spalte (LKG), Aderhaut-Kolobom, Strabismus, Lagophtalmus
  • Screening BERA: rechts PASS bei 40 dB, links REFER bei 55 dB
  • Hörgeräteversorgung beidseits
  • Weitere audiometrische Testungen im Freifeld
    • Reaktions-/Verhaltensaudiometrie mit unklaren, wechselhaften Ergebnissen
    • Sprachaudiometrie nur bei hohen Pegeln eingeschränkt möglich

 
 

Radiologische Diagnostik

Komplexe Fehlbildungen

  • Aplasie der drei Bogengänge (bds.)
  • Verkleinertes Vestibulum
  • Hypoplastischer n. vestibucochlearis links
  • Eingeengte cochleare Apertur ohne gesicherten nervalen Übertritt in den Modiolus

 
 

Therapeutische Entscheidungsfindung

  • Cochlea-Implantation links

 
 

Outcome

  • Cochlea-Implantation links im Alter von 3 Jahren 7 Monaten
  • Konsequente Rehabilitationsmaßnahmen:
    • Wöchentliche Hörrehabilitation
    • 14-tägig Frühförderung
  • Freifeldreaktionen stabil ab ca. 70 dB
  • Subjektiv gute Hörreaktionen im Alltag und Fortschritte im Spracherwerb
  • Lange Tragedauer von 8-10 h/Tag
  • Ca. 6 Monate postoperativ zuverlässige Compliance im Mainzer Kindersprachtest:
    • Best aided (CI links + HG rechts): 90% bei 65 dB
    • Nur CI links: 80%
    • Unversorgt (binaural): 60%
  • Klinisch relevantes monaurales Sprachverstehen über CI

 
 

Clinical Take-Home Message

Selbst bei komplexer Anatomie kann ein CI ein relevantes Sprachverstehen ermöglichen und die altersgemäße Sprachentwicklung unterstützen.

Voraussetzung: strukturierte, konsequente Rehabilitation.

 

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